Therapiezentrum Ober-Ramstadt

Arztpraxis für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Jan  Schuhmacher  und  Kollegen

 In der Medienwelt wird häufig ein vollkommen falsches Bild von der Hypnose gezeichnet, als wäre es etwas mystisches, zauberähnliches, mit dem man Macht über willenlose Menschen ausüben könne. Das ist schlichtweg Unfug und trifft nicht einmal für die Showhypnose zu, obwohl dort genau das suggeriert werden soll. Hypnose ist im Gegensatz dazu ein Alltagsphänomen, eine Art natürlicher Trancezustand, den jeder Mensch täglich mehrmals erlebt, manchmal für Sekunden, manchmal für Minuten und dient dazu, den Organismus zu entspannen und Kräfte zu sammeln. Jeder kennt das von sich, dass man manchmal mit offenen Augen sekundenlang durch alles hindurch zu starren scheint, ohne etwas bewusst wahrzunehmen, dann aber gleich wieder ins Wachbewusstsein zurückkehrt. Das genau ist ein biologischer, bzw. physiologischer Mechanismus einer hypnotischen Selbstentspannung. In der als Hypnose bezeichneten Behandlung, macht man sich diese kurzen "normalen" Trancezustände zunutze und verstärkt sie konsequent, um einen etwas länger anhaltenden Trancezustand zu erreichen. Dabei bleibt die Wahrnehmung des Klienten immer voll erhalten, lediglich die Gedanken verlieren an Bedeutung und treten in den Hintergrund. In der therapeutischen und in der medizinischen Hypnose wird meist zunächst ein angenehmer Entspannungszustand hergestellt, der entgegen der landläufigen Meinung auch nach der Hypnose dem Klienten in allen Einzelheiten voll erinnerbar bleibt. Die Wahrnehmungen und Gedankenprozesse werden durch ruhige Suggestionen des Therapeuten auf wenige Inhalte reduziert, wodurch unbewusst gehaltene Erinnerungen z.B. in Form traumähnlicher Bildsequenzen ablaufen, oder Emotionen und auch verdrängte Körpergefühle erlebt werden können. Diese Erlebnisse werden nach der Hypnosesitzung im Wachzustand gedeutet und mit dem Klienten im Dialog bearbeitet. Die Hypnose wird nur in Einzelfällen als Zusatzverfahren während einer laufenden Psychotherapie verwendet, in unserer Praxis nur sehr selten als eigenständiges Verfahren. Wir begründen das u.a. damit, dass es nicht gut ist, einen Menschen mit seinen, aus dem Unbewussten auftauchenden Erinnerungen und Gefühlen sich selbst zu überlassen, sondern es ist äußerst sinnvoll, diese Dinge danach intensiv zu besprechen. Außerdem ist eine sinnvolle Deutung der erlebten Inhalte nur möglich, wenn man die Biografie des Klienten und seine Beziehungsmuster genauestens kennt, was nur durch einen längeren therapeutischen Prozess möglich ist.

Hypnose