Therapiezentrum Ober-Ramstadt

Arztpraxis für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Jan  Schuhmacher  und  Kollegen

 Katathym imaginative Psychotherapie, die sogenannte Psychotherapie mit dem Tagtraum (engl. guided affective imagery), beruht einerseits auf der Psychoanalyse mit ihren Weiterentwicklungen - inkl. den Beiträgen der modernen Säuglingsforschung - andererseits verfügt sie über ein gut ausgebautes Verfahren mit einer ausgefeilten Behandlungstechnik. KiP dient dem Bearbeiten von Konflikten, dem Erschließen von Ressourcen und dem Fördern kreativer Prozesse. Das vom altgriechischen abgeleitete Wort katathym heißt "vom Gemüt her". Im Zentrum der Katathym imaginativen Psychotherapie stehen Imaginationen, die durch gefühlsmäßige Gestimmtheit motiviert und gelenkt werden. Das Setting stellt dafür den "Imaginationsraum" zur Verfügung. Weitergehendes Bearbeiten, Vertiefen und Integrieren des imaginierten Materials erfolgt im "Gestaltungsraum" und im "Gesprächsraum" (Erläuterung s. unten). Imaginationsraum: Nach der Entspannung, die eine psychophysiologische Umstellung bewirkt und die Aufmerksamkeit auf innerseelische Prozesse lenkt, schlägt der/die TherapeutIn ein Motiv (z.B. Bach, Haus, Bezugsperson etc.) vor. Dadurch werden aktuelle Stimmungen, bewusste und unbewusste Konflikte sowie Ressourcen angesprochen und zur Entfaltung in Bildern, Szenen und Geschichten angeregt. Innere Befindlichkeit wird so in sinnhaft wahrnehmbarer Form symbolisch dargestellt. Im Unterschied zu den Nachtträumen beschreibt der Tagträumer alles, was er beobachtet und sich vor seinem inneren Auge abspielt. Entsprechend kann der Therapeut im Dialog mit dem Patienten diesen während des Imaginierens begleiten: Er kann ihn vor zu großer Angst schützen, ihn durch empathisches Verstehen zu weiterer Erkundung der Bilderwelt anregen, ihn in der Konfrontation mit Konfliktmaterial unterstützen, ihn zu neuen Verhaltensweisen und Beziehungserfahrungen ermutigen u.a.m. Gestaltungsraum: Der Patient gestaltet malend oder beschreibend die imaginierten Bilder, Szenen und Geschichten zu Hause weiter und reichert sie mit seinen Einfällen an. Der durch die Imagination angeregte Prozess wird dadurch auch zwischen den Therapiestunden fortgesetzt. Gesprächsraum: In Gesprächen wird das Erlebte, Erforschte und Erarbeitete explizit mit aktuellen Konflikten und der Lebensgeschichte verbunden mit dem Ziel, diese sinnvoll in den biographischen Kontext zu integrieren. Neue Verhaltensmöglichkeiten im Alltag werden ins Auge gefasst. Die Katathym imaginative Psychotherapie hat sich in der Behandlung von neurotischen, funktionellen und psychosomatischen Beschwerden sehr bewährt. KiP kommt zur Krisenintervention und Trauma-Behandlung, neuerdings auch im Rahmen der Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen zur Anwendung. Die Methode der KiP wird für Kurzzeittherapien und für Behandlungen über einen längeren Zeitraum eingesetzt. Sie eignet sich für Erwachsene wie für Kinder und Jugendliche, sowohl für das Einzelsetting als auch für das Paar- und Gruppensetting. In unserer Praxis wird KiP nur als Zusatzverfahren bei bestimmten Indikationen oder Fragestellungen während laufender, tiefenpsychologischer Psychotherapie angeboten, nicht jedoch als eigenständiges Verfahren. Nicht alle Therapeuten bei uns bieten diese Therapieform an.

Katathym imaginative Psychotherapie (KiP),

früher: Katathymes Bilderleben