Therapiezentrum Ober-Ramstadt

Arztpraxis für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Jan  Schuhmacher  und  Kollegen

 Die Psychoanalyse wurde von Sigmund Freud, der eigentlich Arzt für Neurologie war, begründet. Freud interessierte sich, ähnlich wie die Psychiater seiner Zeit nicht so stark für die Anatomie und die strukturellen Erkrankungen des Nervensystems, als vielmehr für die Psyche und das anatomisch weniger Greifbare, besonders das, was sie "Unbewusstes" nannten. S. Freud und andere Ärzte seiner Zeit, zum Teil seine Schüler, die sich mit der Psyche befassten, gründeten ihre eigenen Schulen und unterrichteten das, was Sie als Erkenntnisse aus Ihrer Arbeit gewonnen hatten. Aus diesen Schulen entwickelten sich die ersten Psychoanalytischen Institute und später Fachgesellschaften, die Ausbildungskonzepte für Psychoanalytiker entwickelten. Ursprünglich waren die Schüler allesamt Ärzte, erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnten auch Psychologen und fachfremde Berufsgruppen, wie z.B. Sozialpädagogen oder Philologen den Titel "Psychoanalytiker" erwerben, allerdings dürfen letztere beiden nicht an der Versorgung gesetzlich Versicherter teilnehmen. Die psychoanalytische Ausbildung ist in den Instituten nicht 100%ig identisch, nähert sich aber immer mehr verbindlichen Standards an. Die Psychotherapeuten, die mit "klassischer Psychoanalyse" arbeiten, d.h. der Patient auf der Couch, der Analytiker hinter ihm weitgehend schweigend, um die freie Assoziation zu ermöglichen, werden immer seltener. Man mag das bewerten, wie man will, Tatsache ist jedenfalls, dass die "modernen" Psychoanalytiker sich immer mehr auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen und diese mit den alten Theorien in Einklang bringen, oder die alten Theorien erneuern, falls die neuen Erkenntnisse den alten Theorien widersprechen. Psychoanalytiker haben derzeit in der Vertragspsychotherapie einen hohen Stellenwert, da sie auch für die Beurteilung der Notwendigkeit einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie als unabhängige Gutachter von den Krankenkassen zu Rate gezogen werden. Ausbildung: Eine durchschnittlich 1 1/2 bis 3-järige sog. Lehranalyse, in welcher der angehende Therapeut in der Klientenrolle ist, um seine unbewussten Seiten, Widerstände und Konflikte kennenzulernen, ist der wesentliche Teil der Ausbildung. Dazu kommt ein von Institut zu Institut variierender Block an Theorieunterricht und Ausbildungsfälle unter Supervision. Die Landesärztekammern legen zumindest für ärztliche Psychoanalytiker den Umfang der Ausbildungsstunden fest. Der Titel Psychoanalyse bei Ärzten ist ein Zusatztitel, den man in Kombination mit verschiedenen Facharzttiteln, die man unabhängig davon erwirbt, tragen darf. Ebenso legt die Psychotherapeutenkammer (Kammer für Psychologen) die Weiterbildungsinhalte für die psychologischen Psychoanalytiker in ihrer Weiterbildungsordnung fest. Bei den anderen Berufsgruppen gilt meist jeweils nur die Weiterbildungsvorschrift des jeweiligen Institutes, an dem sie die Ausbildung absolvieren. Tätigkeit:
Da die Psychoanalyse heutzutage von vielen Berufsgruppen ausgeübt werden darf, sind Psychoanalytiker in den unterschiedlichsten Bereichen tätig, an Kliniken, in eigener Praxis, an Lehrinstituten usw.. Nicht alle erhalten eine Kassenzulassung, sondern nur approbierte Ärzte und approbierte psychologische Psychotherapeuten, die diese Zusatzqualifikation erworben haben.

Psychoanalytiker