Therapiezentrum Ober-Ramstadt

Arztpraxis für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Jan  Schuhmacher  und  Kollegen

 Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie lehnt sich an das Konzept der Psychoanalyse an. In diesem Konzept wird eine psychische Störung als das Resultat eines unbewussten inneren Konfliktes verstanden, der nicht gelöst werden konnte. Dieser Konflikt wird durch hilfreiche Abwehrmechanismen (z.B. die Verdrängung) unbewusst gehalten und führt zu einer Konfliktspannung. Diese wiederum kann zu Symptomen führen, entweder zu psychischen wie z.B. Schlafstörungen, Antriebsschwäche oder Angst, oder zu körperlichen wie z.B. Schwindel, Herzrasen, Erschöpfung u.a.. Ebenso können Lebenskrisen wie Verlust eines Angehörigen oder Unfälle oder andere emotional belastende Situationen zu einem Zusammenbruch der Abwehrmechanismen führen, wodurch meistens massivere Symptome entstehen. Ein Unterschied zur klassischen Psychoanalyse besteht darin, dass der Klient dem Psychotherapeuten wie ein ebenbürtiger Partner gegenübersitzt, anstatt von ihm abgewandt auf der Couch zu liegen, und dass in der Regel nur eine Stunde pro Woche vereinbart wird, anstatt 3-5 wie in einer Psychoanalyse üblich. Der Behandlungsfokus liegt in der tiefenpsychologischen Psychotherapie auf den aktuellen Lebensthemen und aktuellen Beziehungsproblemen, die den Menschen beschäftigen, es werden gedankliche Exkursionen in die Kindheit unternommen, um den Hintergrund aktueller Beziehungsmuster und Reaktionsweisen zu verstehen. In der Psychoanalyse hingegen, ist es grob gesagt umgekehrt, dort liegt der Hauptfokus in der Bearbeitung der frühkindlichen und kindlichen Beziehungserfahrungen, es werden Exkursionen in die Gegenwart unternommen, um das Wirken der früh angelegten Persönlichkeitsmerkmale zu verstehen. Die tiefenpsychologische Psychotherapie ist mit einer Behandlungsdauer von 1/2 bis 2 Jahren in der Regel kürzer als eine Psychoanalyse. In der Therapie hält sich der Therapeut weitgehend zurück, es wird nur mit dem Material gearbeitet, das der Klient einbringt, die Aufgabe des Therapeuten ist es nicht, praktische Ratschläge zu geben (obwohl er das auch schon mal darf), sondern die gerade unbewussten Äußerungen und Haltungen des Klienten wahrzunehmen und ihm zu spiegeln und sie in der Annahme eines Musters zu deuten, um sie bewusst zu machen. Die Arbeit wirkt auf einen therapeutisch Unerfahrenen vielleicht etwas unstrukturiert, aber die Arbeit mit unbewussten Inhalten lässt sich am leichtesten durch freies Assoziieren bewerkstelligen, und folgt naturgemäß keinen formallogischen Bahnen. Es entsteht vielmehr aus den scheinbar chaotisch zusammengetragenen Erinnerungsfragmenten und aktuellen emotionalen Äußerungen eine Art Mosaik der Psyche, das immer klarer erkennbar wird, je mehr Teile zusammengetragen werden.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

bei Erwachsenen